Pressebericht "Leinen los und in die Luft"

 

Schweriner Volkszeitung am 08. August 2009

 

ROSTOCK - Ein bisschen wackelig und mit einem strahlenden Lächeln steigt Wenke Krämer aus dem schneeweißen Wasserflugzeug. "Das ist unglaublich schön, die Hanse Sail aus der Luft zu sehen."

 

Die 31-Jährige aus Berlin ist für einen Tag nach Rostock gekommen. Den Beginn des Hafenspektakels erlebte sie in einer Cessna 206.

 

Das Wasserflugzeug lädt vom Fischereihafen aus zu Rundflügen über Rostock und Warnemünde ein. Platz hat der Piloten für jeweils drei Fluggäste.

 

Bisher hatte Wenke Krämer die Welt von oben nur in großen Flugzeugen gesehen. Das Erlebnis, in einem Wasserflugzeug sei ein ganz besonderes gewesen, sagt sie. "Das Bauchkribbeln beim Abflug war wie immer. Aber die vielen Schiffe, die nebeneinander liegen, das Riesenrad, die vielen Menschen, der Strand von Warnemünde mit Strandkörben von oben zu sehen - das war neu." Die Cessna zog gemächlich ihre Kreise über der Stadt.

 

Bis zum Abflug blieb dem Piloten Dietmar Knauer genug Zeit, seinen drei Passagieren etwas über die Eigenarten seines Wasserflugzeugs zu erzählen. Es hat etwa 40 Zentimeter Tiefgang, kann vollgetankt bis zu 1200 Kilometer weit fliegen und darf besetzt nicht schwerer als 1729 Kilogramm sein.

 

In langsamem Tempo schwimmt es ein Stück die Warnow hinunter bis zum Abflugpunkt. Die Wellen schaukeln das Flugzeug hin und her. "Rein rechtlich sind wir im Moment ein Schiff", sagt der zweite Pilot Hendrik Vesterlund. Als solcher ist der 40-Jährige nicht nur Spezialist fürs Fliegen. Er muss sich auch mit Nautik auskennen, mit Wasserströmung, Wellen und Wind. "Man muss das Schaukeln mögen. Und manchmal bekommt man nasse Füße."

 

Ein Wasserflugzeug zu fliegen, sei sehr viel spannender, als einen normalen Flieger. "Man hat sehr viel mit den Elementen zu tun. Wind, Wasser, Land - irgendwo ist es naturverbundener und es gibt keine Linie, auf der man bei Start und Landung entlangrollen muss."

 

 

Mit seinem Enthusiasmus ist Hendrik Vesterlund nicht allein. "Die meisten Menschen, die mitfliegen, sind total begeistert." Kürzlich sei sogar eine 90-Jährige mitgeflogen, um von oben ihre Heimat anzuschauen.

 

Wenn die Cessna am Abflugpunkt der Warnow angekommen ist, hebt sie mit etwa 100 Stundenkilometer von der Wasseroberfläche ab, gleitet über die Warnow und gewinnt immer mehr an Höhe. Die Reisegeschwindigkeit liegt bei etwa 170 Kilometern pro Stunde. Weil die Flügel oben angebracht sind, haben die Fluggäste einen unverstellten Blick auf das Hanse Sail-Spektakel. Etwa 20 Minuten bleibt der Flieger in der Luft. Er kann eine Höhe von bis zu fünf Kilometern erreichen. Über Rostock fliegt er jedoch nicht höher als 500 Meter, damit die Gäste viel zu sehen bekommen.

Pressekontakt:

Svenja Anbergen
Email s.anbergen@example.com